Bericht aus "Kölner Stadt-Anzeiger" vom 27.05. 2013

 
68. Eifeler Musikfest

 

Mozart in der Basilika

 

 

Das Festkonzert gestalteten die Kleine Cantorei Dahlem und das Akademische Orchester Bonn unter der Leitung von Friedbert Ströder. Foto: Gudrun Klinkhammer

Die Kleine Cantorei Dahlem, das Akademische Orchester Bonn und vier Solisten haben die hohen Anforderungen in Mozarts Großer Messe in C-Moll während des Festkonzertes in Steinfeld ausgezeichnet gemeistert – ein musikalischer Hochgenuss.

 

Kall-Steinfeld. Mit dem hochromantischen „Magnificat D-Dur“ von Felix Mendelssohn Bartholdy sangen und spielten sich die Mitglieder der Kleinen Cantorei Dahlem und des Akademischen Orchesters Bonn am Sonntagnachmittag in der Basilika während des Festkonzertes warm.

Mit der „Großen Messe c-moll, Köchelverzeichnis 427“, komponiert 1782/83 von Wolfgang Amadeus Mozart, setzten sie dem Eifeler Musikfest anschließend die Krone auf.

 

1840 erstmals veröffentlicht

Es war ein Hochgenuss, dem Chor, dem Orchester und vor allem auch den vier ausgezeichnet agierenden Solisten zuhören zu dürfen. Bei der c-moll-Messe handelt es sich um die letzte Messkomposition Mozarts, die der Komponist, wie das berühmte Requiem auch, nie vollendete. Komplett war das Kyrie und das Gloria, als Mozart starb, in Teilen existierte das Sanctus und das Credo. Nach Mozarts Tod 1791 wurde das Tonwerk von Verleger Anton André 1840 erstmals veröffentlicht. Es wurde mit Sätzen aus früheren Mozart-Messen ergänzt.

 

 

Friedbert Ströder, Leiter der Kleinen Cantorei Dahlem, in Aktion. Foto: Gudrun Klinkhammer

 

Friedbert Ströder leitete seinen Chor stringent durch die Takte der einmalig schönen, klassischen Musik. Die Gegensätze, die die Klänge in sich bergen, brachte er mit passender Gestik in Form.

 

Tutti-Stellen im Fortissimo forderte der Dirigent ebenso elegant wie zarte Pianissimo-Stellen, die das Ohr und die Seele noch mehr berührten als die lauten Klänge.

 

Rein in der Intonation

 

Die Dahlemer Choristen meisterten die hohen Anforderungen ausgezeichnet, Einsätze und Schlussphrasen gelangen auf den Punkt. Das häufige Frage- und Antwortspiel zwischen dem vokalen Klangkörper und den Instrumenten, etwa im achtstimmigen „Qui tollis“, wo sich der komplette, markante Doppelchorsatz mit Geigenblitzen und viel tiefem Blech einen Dialog liefert, beeindruckte.

Die Solisten Raphael Pauß (Tenor), Kanako Sakaue (Alt) und Insun Min (Sopran), v.l.. Foto: Gudrun Klinkhammer

 

Selbst in den höchsten Lagen blieben die Frauenstimmen absolut rein in der Intonation. Brillant sangen die vier Solisten, allen voran die süd-koreanische Sopranistin Insun Min. Die junge Frau studierte unter anderem bei Edda Moser in Köln.

 

Sie gewann bereits mehrere internationale Wettbewerbe, darunter den „Maria Callas Wettbewerb in Athen“. Ihr Sopran ist hell glänzend, eingängig, flexibel, aber niemals zu grell. Stimmliche Anstrengungen merkt man der zierlichen Person gar nicht an. Ebenfalls ausgezeichnet sang Kanako Sakaue. Die Japanerin übernahm gekonnt die Mezzo-Sopran und Alt-Partien. Raphael Pauß gefiel als Tenor und Ralf Rhiel als Bass.

 

Einziger Wermutstropfen: die Streicher des Akademischen Orchesters Bonn. Nicht immer gelang ihnen eine optimale Leistung, von der Intonation her lagen sie zeitweise daneben, ebenso bei einigen Einsätzen. Nach der wunderbaren Vorstellung der Kleinen Cantorei spendeten die Besucher minutenlang Applaus.